Höpfner Ratgeber

Anschlussfinanzierung: Was tun, wenn die Zinsbindung endet?

Zinsbindung läuft aus? Was die Anschlussfinanzierung kosten kann - mit Rechenbeispiel und den drei Optionen, die du jetzt hast.

Wenn deine Zinsbindung endet, hast du drei Hebel: Angebote mehrerer Banken vergleichen, statt nur das Verlängerungsangebot deiner Bank anzunehmen. Konditionen mit einem Forward-Darlehen je nach Anbieter bis zu fünf Jahre vor Ablauf sichern. Und Tilgung oder Sondertilgung an deine heutige Lage anpassen. Wer sich rechtzeitig kümmert, hat mehr Auswahl und verhandelt nicht unter Zeitdruck.

Die Anschlussfinanzierung ist die zweite Chance, die erste Finanzierung besser zu machen.

Warum ist die Anschlussfinanzierung 2026 ein Thema?

Viele zehnjährige Zinsbindungen aus 2016 enden 2026 - entscheidend ist das Vertragsdatum. 2016 war die Finanzierung historisch günstig: Für zehnjährige Bindungen zahlten Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer im Durchschnitt rund 1,6 % Sollzins (Deutsche Bundesbank, zitiert nach Verbraucherzentrale Sachsen, 23.09.2026). Diese Zeiten haben sich geändert.

Was kann das für die monatliche Rate bedeuten?

Rechenbeispiel mit zwei angenommenen Zinsen zur Veranschaulichung (1,3 % für 2016, 4,4 % für die Anschlussfinanzierung), monatliche Rate, 10 Jahre Zinsbindung, 2 % anfängliche Tilgung - 300.000 € Darlehen aus 2016:

  • Monatsrate bisher: rund 825 €
  • Restschuld nach 10 Jahren: 235.962 €
  • Anschlussfinanzierung zu 4,4 % und 2 % anfänglicher Tilgung: rund 1.258 € im Monat

Das sind 433 € mehr - jeden Monat, beim gleichen Haus, ohne einen Euro neue Schulden.

Wichtig: Das sind angenommene Beispielzinsen, kein aktuelles Angebot. Deine tatsächlichen Konditionen hängen von Objekt, Bonität und Bank ab.

Welche Optionen habe ich bei der Anschlussfinanzierung?

1. Angebote vergleichen: Das Verlängerungsangebot der eigenen Bank ist bequem, aber ohne Vergleich weißt du nicht, was möglich ist. Rechnerisch entspricht ein halber Prozentpunkt weniger Sollzins bei 235.962 € Restschuld rund 1.180 € Zinsen im ersten Jahr.

2. Forward-Darlehen: Endet deine Zinsbindung erst später, lassen sich Konditionen je nach Anbieter bis zu fünf Jahre im Voraus sichern. Die Konditionen werden beim Abschluss verbindlich festgelegt - du profitierst nicht, wenn die Zinsen bis dahin fallen. Banken erheben dafür in der Regel einen Aufschlag auf den aktuellen Zins; die Höhe hängt von Vorlaufzeit und Anbieter ab. Nimmst du das Darlehen später nicht ab, kann die Bank eine Nichtabnahmeentschädigung verlangen.

3. Tilgung, Sondertilgung, Förderung: Eine höhere Tilgung senkt die Gesamtzinslast, Sondertilgungsrechte schaffen Flexibilität. Fördermöglichkeiten für eine geplante Modernisierung - etwa über die KfW - sind getrennt von der reinen Anschlussfinanzierung zu prüfen.

Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Rechtzeitig - nicht erst, wenn das Angebot deiner Bank im Briefkasten liegt. Schau ins Vertragsdatum deiner Zinsbindung und hol dir Vergleichsangebote, bevor du unter Zeitdruck entscheidest.

Fazit

Die Anschlussfinanzierung ist die zweite Chance, die erste Finanzierung besser zu machen. Lass uns deine Optionen prüfen - im kostenlosen Erstgespräch, direkt über den Termin-Assistenten auf dieser Seite.

Mehr dazu im Ratgeber: Tilgungsstrategie, Grundlagen der Baufinanzierung, Bauzinsen im Zeitvergleich.

Quellen (abgerufen 28.10.2026)

Wichtig: Eine Immobilienfinanzierung ist eine Einzelfallentscheidung. Konditionen hängen von Objekt, Bonität und Bank ab.
René Höpfner
René Höpfner
Dipl.-Betriebswirt, Spezialist für Immobilienfinanzierung und Mitinhaber der Höpfner GbR.

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